Erfahrungen und Einblicke in das Leben und Studieren in Utrecht

Steffis dagboek: donderdag*

Der Tag beginnt mit einer unheilvollen Entdeckung: ein Stück meiner Master-Arbeit ist weg! Da ich abwechselnd an unserem Computer zu Hause, an meinem Laptop und an verschiedenen Uni-PCs arbeite, musste so ein Speicher-Fehler ja eigentlich irgendwann mal passieren. Zum Glück ist es nur ein recht kleines Stück.

Gegen Mittag habe ich das fehlende Stück neu geschrieben – viel besser als beim ersten Mal, wie ich finde! Dann muss ich auch schon wieder los zur Arbeit, mit  einer ziemlich vollgestopften Handtasche auf dem Gepäckträger. Die Mädels unter euch kennen das vielleicht: egal wie groß eine Handtasche ist, sie ist grundsätzlich voll. Je größer die Handtasche, desto mehr Dinge erscheinen auf einmal überlebensnotwendig und müssen mit. Aber heute habe ich sogar einen guten Grund für viel Gepäck:  nach der Arbeit will ich direkt weiter zu einer Pilates-Stunde, zu der ich mich mit einer Freundin verabredet habe.

Soweit der Plan. Aber  wie das immer so ist… als  es eigentlich Zeit ist, sich auf den Weg zu machen,  will ich doch noch eben was fertig machen, es dauert 100 Jahre bis alle Dokumente gespeichert sind und ich muss noch mal schnell nachgucken, wo genau die Pilates-Stunde eigentlich stattfindet. Und dann, als ich schon total abgehetzt an der Tür stehe, stellt sich heraus, dass niemand mehr auf der Abteilung ist, der einen Schlüssel für mein Büro hat…

Wahrscheinlich stelle ich einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf, während ich auf meinem Fahrrad wie blöde Richtung Innenstadt rase.  Und ich hätte es schaffen können, davon bin ich überzeugt. Aber dann verfahre ich mich! Ich kann das Fitnessstudio beim besten Willen nicht finden, versuche meine Freundin anzurufen, aber die geht nicht dran. Sie steht sicher schon in der Halle. Inzwischen ist es 17:05 und ich gebe es auf.

Da ich um 18:15 schon wieder die nächste Verabredung in der Innenstadt habe, entschließe ich mich, nicht mehr nach Hause zu fahren, sondern ein bisschen durch die Stadt zu bummeln. Donnerstagabend ist  koopavond und die Geschäfte haben bis 21:00 (statt wie üblich 17:00 oder 18:00) geöffnet. Der letzte Programmpunkt für heute ist ein gemütliches Sam Sam-Essen mit meinen früheren Vermieter, bei dem ich mein allererstes Zimmer in Utrecht hatte. Wir treffen uns immer noch ab und zu um über Gott und die Welt zu sprechen. Heute geht es weniger um Gott, sondern eher um die Welt und vor allem über die niederländische Regierung die letzte Woche das Handtuch geworfen hat. Aber darüber ein anders Mal mehr…

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* Für all diejenigen, die schon immer mal wissen wollten, was ein Student eigentlich den ganzen Tag so macht, könnte diese Woche besonders interessant werden! In Steffis dagboek (Tagebuch) werde ich euch nämlich eine Woche lang an all dem teilhaben lassen, was ich hier in Utrecht so erlebe – keine weltbewegenden Storys, sondern einfach Eindrücke aus meinem Alltag. 

  • PH

    Sehr schön beschrieben – wie im wirklichen Leben…

    Gruß

    PH